KIEFERGELENKSCHMERZEN, BRUXISMUS, EINGESCHRÄNKTE MUNDÖFFNUNG…

Solche oder ähnliche Symptome, welche im Bereich des Kiefergelenks auftreten werden unter dem Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Es handelt sich um Fehlregulationen des Kiefergelenks und/oder der umliegenden Muskulatur.

Die Bedeutung der Nasenatmung

 

Um die Strukturen rund um den Kiefer gesund zu erhalten ist es sehr wichtig bereits im Kindesalter durch die Nase zu atmen. Bei dieser Atemtechnik liegt die Zunge am Gaumen, wobei dieser geformt wird. Die Stellung der Zähne ergibt sich durch ein Gleichgewicht zwischen der Zunge und den Lippen. Beide brauchen eine gewisse Grundspannung. Die Nasenatmung begünstigt zudem das der Unterkiefer gleichmässig mit dem Oberkiefer mitwächst und die obere Zahnreihe vorne die untere überlappt.

 

Häufig wird leider bereits im Kindesalter die chronische Mundatmung beobachtet. Die Zunge liegt hierbei mit zu wenig Spannung im Unterkiefer, wobei deren Drainagewirkung auf die Mandeln unvollständig ist. Erreger können einfacher eintreten und die Atemluft wird zudem nicht genügend erwärmt bevor sie in die Bronchien kommt. In der Folge sind Kinder häufiger von Infektionskrankheiten betroffen und es kann zu einem Lymphstau und damit zur Rachenenge kommen. Dazu kommt dass der Gaumen und damit die Zahnreihen sich eher spitz formen und ein Platzmangel für Zähne entsteht. Der Unterkiefer wächst nicht synchron zum Oberkiefer und somit passen die Zähne nicht optimal ineinander. Die ganze Körperhaltung zeigt eine Fehlhaltung. Das Risiko einer CMD ist enorm erhöht.

 

 

Stress ist nicht zu unterschätzen

 

Es gibt einen gesunden Stress der motiviert und wach hält und einen ungesunden Dauerstress der uns unkonzentriert und müde machen kann. Die Balance dazu zu finden ist oft eine schwierige Gratwanderung. Deswegen ist es unbedingt wichtig, dass jeder für sich eine Technik findet um ungesunden Dauerstress zu vermeiden. Dies können Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation sein oder einfach nur den Blick in das Grün der Natur. Ist es zu spät zum selbst bestimmten Stressabbau, sucht sich unser Körper ein Ventil. Das kann sich natürlich auf viele verschiedene Arten zeigen. Bruxismus (Knirschen in der Nacht) oder Bruxomanie (das dauerhafte, angewöhnte Zusammenbeissen der Zähne) sind nur zwei davon. Dieses Knirschen führt in vielen Fällen später zur Craniomandibulären Dysfunktion mit Symptomen wie Schwinden des Zahnschmelzes (gehört in die Hände eines Zahnarzts), Schmerzen im Kiefergelenk und allgemein im Gesicht durch Fehlfunktionen des Kiefergelenkes oder aktiven Triggerpunkten in der Kiefermuskulatur. Dadurch kann eine Fehlbisslage entstehen, weil man z. B. nicht mehr auf der betroffenen Seite kaut beim Essen. In der Folge kommt Kiefergelenkarthrose gehäuft vor. Die Schmerzen können sich auf den Hals und Schulterbereich ausbreiten und auf jeden Fall unsere Lebensqualität beeinträchtigen.

 

Manuelle CMD Behandlung 

Um die oben beschriebenen Symptome zu behandeln braucht es einige Untersuchungen, welche eine Fehlfunktion des Gelenks von muskulären Dysbalancen differenzieren lassen. Häufig sind beide Strukturen betroffen. Die Behandlung braucht etwas Fingerspitzengefühl und ein Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient. Sowohl bei der Mobilisation des Unterkiefers als auch der Behandlung von aktiven Triggerpunkten wird mit einzelnen Fingern im Mund gearbeitet (mit Handschuhen). Der Kiefer wird meist nicht isoliert behandelt sondern man schaut sich andere Symptome und die Haltung des Patienten an um mögliche Ursachen-Folgen-Ketten ausfindig zu machen.